Dunkelflaute
Was passiert, wenn Wind und Sonne Pause machen?

Die Energiewende setzt auf erneuerbare Energien, vor allem auf Windkraft und Photovoltaik. Doch was passiert eigentlich, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint? Genau diese Situation nennt man Dunkelflaute.
Klingt dramatisch, ist aber vor allem eine Frage guter Planung. Denn auch wenn Windräder stillstehen und Solaranlagen kaum Strom liefern, bleibt die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet. Warum das so ist und welche Lösungen es gibt, erfährst du hier.
Was bedeutet Dunkelflaute?
Von einer Dunkelflaute spricht man, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg sowohl die Stromproduktion aus Windkraft- als auch aus Solaranlagen sehr gering ist.
Das passiert typischerweise bei stabilen Hochdruckwetterlagen im Winter:
- Kaum Wind
- Dichte Bewölkung oder kurze Tage
- Hoher Strombedarf durch Heizung und Beleuchtung
Gerade im Winter ist der Stromverbrauch besonders hoch. Wenn dann die erneuerbaren Energien wenig liefern, entsteht eine Versorgungslücke, zumindest theoretisch.
Wie häufig tritt eine Dunkelflaute auf?
Komplette Ausfälle erneuerbarer Energien über viele Wochen sind extrem selten. In der Regel handelt es sich um wenige Tage bis maximal zwei Wochen mit deutlich reduzierter Einspeisung.
Wichtig ist: Eine Dunkelflaute betrifft nicht ganz Europa gleichzeitig gleich stark. Während es in Deutschland windstill ist, weht in anderen Regionen oft ausreichend Wind. Genau deshalb ist der europäische Stromverbund so entscheidend.
Deutschland ist Teil des europäischen Strommarktes und kann Strom importieren und exportieren, je nach Bedarf.
Welche Folgen hat eine Dunkelflaute für den Strompreis?
Wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage hoch ist, steigt in der Regel der Börsenstrompreis. Das liegt am sogenannten Merit-Order-Prinzip: Kraftwerke mit höheren Produktionskosten (z. B. Gas- oder Kohlekraftwerke) müssen einspringen, wenn günstiger Wind- und Solarstrom fehlt.
Das kann kurzfristig zu höheren Preisen führen. Für Haushalte mit festen Stromtarifen wirkt sich das jedoch nicht sofort aus. Langfristig sorgt ein gut ausgebautes Energiesystem dafür, dass Preisspitzen abgefedert werden.
Wie wird die Versorgung gesichert?
Auch bei einer Dunkelflaute bleibt das Stromnetz stabil. Dafür sorgen mehrere Bausteine:
Gas- und teilweise auch Biomassekraftwerke können kurzfristig hochgefahren werden und die fehlende Strommenge ausgleichen.
Über europäische Verbundnetze kann Strom aus Nachbarländern bezogen werden.
Große Industrieunternehmen können ihren Verbrauch zeitweise reduzieren oder verschieben. So wird das Netz entlastet.
Es gibt sogenannte Netz- und Kapazitätsreserven, die nur im Notfall aktiviert werden.
Welche Rolle spielen Speicher und Netze?
- Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto wichtiger werden Speicherlösungen.
- Batteriespeicher können kurzfristige Schwankungen ausgleichen.
- Pumpspeicherkraftwerke speichern Energie in Form von Wasser in höher gelegenen Becken.
- Wasserstoff gilt als langfristige Speicherlösung für große Energiemengen.
Gleichzeitig wird das Stromnetz kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist es, Windstrom aus dem Norden effizient in den Süden zu transportieren und europäische Netze stärker zu verknüpfen.
Die Energiewende bedeutet also nicht nur mehr Windräder und Solaranlagen – sondern auch intelligente Netze und moderne Speichertechnologien.
Warum Dunkelflauten kein Argument gegen erneuerbare Energien sind
Kritiker führen die Dunkelflaute oft als Schwachstelle der Energiewende an. Tatsächlich zeigt sie aber vor allem eines:
Ein Energiesystem braucht Vielfalt.
Es zeigt sich, dass bei geringerem Stromertrag durch Photovoltaik häufig mehr Windstrom produziert wird und andersherum, sodass sich Flauten gegenseitig ausgleichen können.
Die Kombination aus erneuerbaren Energien, Speichern, flexiblen Kraftwerken, Netzausbau und europäischer Zusammenarbeit sorgt dafür, dass Versorgungssicherheit und Klimaschutz kein Widerspruch sind.
Darüber hinaus hängt die Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe stark von der geopolitischen Lage ab. Bei Krisen kann es über Monate zu Engpässen bei der Lieferung von Öl und Gas kommen.
Fazit
Eine Dunkelflaute beschreibt eine Phase mit wenig Wind- und Solarstrom – meist im Winter. Sie ist kein Ausnahmezustand, sondern eine planbare Herausforderung.
Durch flexible Kraftwerke, intelligente Stromnetze in Europa, Speichertechnologien und intelligentes Lastmanagement bleibt die Stromversorgung auch in solchen Zeiten stabil.
Die Energiewende braucht also nicht weniger erneuerbare Energien – sondern ein starkes, gut abgestimmtes Gesamtsystem.
Mach jetzt den nächsten Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung:
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